Sternenstaub, Wasserflöhe und Hochleistungsrechner: URZ war Gastgeber des 3. bwHPC-Symposiums

Was haben die Entstehung von Sternen, die Produktion von OLED-Displays und die Populationsbildung von Wasserflöhen gemeinsam? All diese Prozesse werden mit Hilfe von Hochleistungsrechnern der Rechenzentren in Baden-Württemberg erforscht. Am 12. Oktober 2016 war das URZ Heidelberg erstmalig Gastgeber des inzwischen dritten bwHPC-Symposiums, das über vielfältige Vorträge von Forscherinnen und Forschern einen Eindruck davon vermittelte, für welch unterschiedliche Zwecke sie das „high performance computing“-Angebot im Land einsetzen.

Maschinenraum Urz
Foto: Andy Lehmann
Ansicht aus dem Maschinenraum​

„High performance computing“ oder kurz HPC wird vor allem dort gebraucht, wo mathematische Modelle numerisch gelöst und große Datenmengen analysiert werden müssen – Aufgaben, von denen ein normaler Arbeitsplatzrechner im Regelfall überfordert wäre. Mit genügend Rechenleistung lässt sich jedoch die Interaktion physikalischer Kräfte bei der Bildung von Sternen ebenso präzise berechnen wie die Anordnung einzelner Moleküle bei High-Tech-Produktionsprozessen. Die Vorträge der HPC-Nutzerinnen und -Nutzer im Rahmen des diesjährigen Symposiums machten erneut deutlich, dass Hochleistungsrechnen in den unterschiedlichsten Fachdisziplinen benötigt und eingesetzt wird. Die Fächervielfalt der Beiträge reichte von der Physik und Chemie über die Ingenieurs-, Lebens- und Geowissenschaften bis hin zu den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zuverlässigen und bequemen Zugang zu allen Hochleistungsrechnern haben, ermöglicht das landesweite Umsetzungskonzept bwHPC. Durch bwHPC wird das vorhandene HPC-Angebot im Land Baden-Württemberg neu organisiert, strukturell vereinheitlicht und vernetzt. Das dazugehörige User-Support-Projekt bwHPC-C5 bietet den Anwenderinnen und Anwendern vielfältige, fachspezifische Hilfestellung und individuelle Beratung. Das vom Projekt veranstaltete bwHPC-Symposium gewährt regelmäßig Einblicke in Forschungsprojekte, die durch diese landesweite Kooperation unterstützt werden. Das Symposium eröffnet den Dienstbetreibern gleichzeitig die Möglichkeit, den weiteren Aus- und Umbau der HPC-Infrastruktur durch direktes Feedback der User zielführend zu planen.

Bwhpc Symposium
Foto: Andree Müller
​3. bwHPC-Symposiums

Die Veranstaltung solle, wie URZ-Direktor Prof. Dr. Vincent Heuveline betonte, ausdrücklich auch als Ort des Austausches zwischen den Rechenzentren und den Anwenderinnen und Anwendern dienen: „Wir wollen hier eine Brücke von der Grundinfrastruktur zu den betrieblichen Aufgaben schlagen.“ Er bedankte sich in seiner Begrüßung ausdrücklich beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und auch bei der DFG, die durch großzügige Finanzierung sowohl den Erwerb der Hochleistungsrechner als auch die Umsetzung des bwHPC-Konzepts ermöglicht haben.

Das Symposium findet jährlich im Oktober an einer der an bwHPC beteiligten Einrichtungen statt und wurde in den Vorjahren an der Universität Ulm (2015) und dem Karlsruher Institut für Technologie (2014) abgehalten.

Hier finden Sie mehr Informationen zum bwHPC-Konzept, zum Supportprojekt bwHPC-C5 und zum Symposium.

 

Verantwortlich: https://it-service.uni-heidelberg.de/
Letzte Änderung: 24.10.2016
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